Nachdem wir im letzten Jahr mit Pino am Schnupper-Dummyseminar teilgenommen hatten, war klar, dass wir in diesem Jahr den Anfängerkurs mitmachen. Wie immer in Renzow, hat es uns, und vorallem auch Pino, sehr viel Spaß gemacht und im nächsten Jahr ist dann sicherlich der Fortgeschrittenen-Kurs dran
Am Samstag haben wir mit Pino in Papendorf einen ausgedehnten Spaziergang durch den Schnee unternommen. Wie ihr seht, hatte er eine Menge Spaß. Dafür war er dann aber auch den Rest das Tages nur am Schlafen.
Am vergangenem Samstag war nun der große Tag: der 3. Renzower Trainingsworkingtest. Obwohl es ein “nur” ein Trainings-Workingtest ist, bei dem es nicht so ernsthaft wie bei “echten” Workingtests zugeht und auch mal eine Auge zugedrückt wird, wenn etwas noch nicht so klappt, war ich als Frauchen schon sehr aufgeregt. Immerhin sollte dies für Pino und mich die erste Veranstaltung, bei der Prüfungsatmosphäre herrscht, sein und ich war gespannt was für Aufgaben uns erwarten würden.
Wir machten uns um 7:45Uhr morgens aus Rostock los, was aber wohl ziemlich knapp bemessen war, da wir erst 9:15Uhr in Renzow eintrafen, obwohl bereits 9Uhr Beginn für uns Anfänger war. Also schnell zu Katja zur Anmeldung gerannt und unsere Startnummer 8 abholt. Dann mussten wir noch ein ganzes Stück einen Feldweg hoch um unsere Gruppe mit den Startnummern 7-12 einzuholen. Zum Glück hatten sie noch nicht begonnen. Eigentlich hatten wir geplant, frühzeitig zu erscheinen, damit wir Pino nach der Autofahrt noch etwas auslaufen lassen können, damit er zur ersten Aufgabe nicht so unausgelastet an den Start geht. Dies war nun leider nicht mehr möglich und Pino wurde eher noch aufgedrehter, als er die anderen Hunde unsere Gruppe erspähte. Die anderen Hunde/Hundeführer-Teams sahen für uns teilweise viel professioneller oder engagierter aus, was meine Nervosität nur steigerte. Wer weiß was uns gleich für Aufgaben erwarten würden?
Teil I
Aufgabe 1
Der erste Teil des Workingtests fand für unsere Gruppe in einem kleinen Wald- und Wiesengebiet statt. Wir waren als zweites Team an der Reihe und ich war froh, dass die erste Aufgabe eine Suche war, denn Suchen tut Pino meist mit Begeisterung und auch ziemlich ausdauernd. Ich war also guter Dinge, dass er diese Aufgabe gut lösen würde. Im Gebiet vor uns waren ein paar Dummies verteilt und Pino sollte eins davon finden. Ich schickte ihn also mit dem Kommando “Such!” und Pino rannte erstmal wie ein Verrückter über die Wiese. Nach der langen Autofahrt und ohne vorherigen Auslauf hatte ich dies schon vermutet. Obwohl es vielleicht für Außenstehende wie wildes Umherrennen ausgesehen haben muss, war ich mir sicher, dass er die Aufgabenstellung nicht vergessen hatte und tatsächlich hat er noch nicht mal eine Minute benötigt um das Dummy zu bringen. Danach ging es ein paar Meter weiter, wo wir eine Markierung in eine Senke im Waldstück fallen sahen. Diese sollte apportiert werden. Pino rannte auch ins Gebiet um das Dummy zu suchen, aber als er es nicht auf Anhieb fand, ist er nun noch wild umhergelaufen. Erst mit Hilfestellung durch die Helferin konnte er dann das Dummy finden. Zwar schade, dass die Aufgabe nicht so gut klappte, aber nicht schlimm. Apporte in so einem schwer einzusehendem Gebiet haben wir auch noch nicht im Training geübt.
Aufgabe 2
Die nächste Aufgabe bestand aus zwei einfachen Apporten. Vor dem ersten wollte ich den Prüfer gerade noch fragen, ob ich Pino mit der Leine sichern dürfte, doch bevor er antworten konnte war der Dummy schon geworfen und Pino unterwegs. Ich hatte Pino ja schon mal so weit, dass er NICHT einspringt, sondern erst aufs Apport-Kommando wartet, aber da er sich im Training die Markierungen noch nicht so gut merken konnte, habe ich die Wartezeit erstmal wieder weggelassen und ihn sofort apportieren lassen. Das Einspringen überraschte mich also nicht und da der restliche Apport gut verlief war ich auch zufrieden mit unserem Pino.
Teil II
Aufgabe 1
Der nächste Teil des Workingtests fand bei Katja auf dem Grundstück statt. Bei der ersten Aufgabe wurde eine Verleitung ins Wasser geworfen, die NICHT apportiert werden durfte. Die Gefahr war bei unser “Wasserratte” Pino nicht all zu hoch und so zuckte er noch nicht mal. Dann ging es bei Fuß geradeaus und es folgte eine Markierung die apportiert werden sollte. Ich erklärte der Prüferin zuvor schon, dass Pino wahrscheinlich einspringen würde, aber ich sollte ihn trotzdem nicht sichern. Pino lief also wieder vor dem Kommando los, apportierte aber toll und erhielt auch Lob von der Prüferin.
Aufgabe 2
Die zweite Aufgabe fand auf dem Trainingsplatz von Katja statt. Die Aufgabe war diesmal relativ simpel: frei bei Fuß, ein Apport, frei bei Fuß und noch ein Apport, wobei dieser eine Markierung mit Geländeübergang war. Bis aufs Einspringen klappten die Apporte gut und auch schnell.
Teil III
Beim Beobachten der anderen Gruppen, stellten wir schon fest, dass uns beim letzten Teil uns die schwierigsten Aufgaben erwarten würden, denn die Markierungen fielen in ziemlich großer Entfernung (für uns Anfänger) und bei einer Teilaufgabe sollte sogar das Voran-Kommando zum Einweisen genutzt werden, welches Pino noch nicht genau kennt. Zwar habe ich ab und an schon Übungen mit dem Kommando ins Training eingebaut, aber erst über 10-20 Meter auf ein sichtbares Dummy. Meine Vermutung hierbei war, dass Pino 10-20 Meter geradeaus rennen würde und mich dann fragend anschauen würde…
Aufgabe 1
Zunächst wurde ein Dummy in relativ großer Entfernung geworfen. Diesmal durfte ich Pino mit der Leine sichern, so dass er nun auch erst auf ”Apport” los sprintete. So genau hat er sich die Markierung allerdings nicht merken können, denn er musste das Dummy erst suchen. Als Pino mit dem Dummy wieder bei uns war, beobachteten wir eine weitere Markierung. Zum Glück hatte ich Pino gesichert, denn er sprang volle Kanne in die Leine um zum Dummy zu düsen. Nach etwa 10 Metern bei Fuß, durfte ich ihn aber aufs Dummy schicken. Nach einer kurzen Suche hat er auch diesen apportiert.
Aufgabe 2
Nun kam für uns die kniffeligste Aufgabe des Tages: wir beobachteten eine Markierung in relativ großer Entfernung, mussten uns dann aber umdrehen und Pino auf ein Dummy schicken, was heimlich an der Stelle des letzten Apports ausgelegt wurde. Nach meinem “Voran”-Kommando war ich zunächst froh, dass Pino geradeaus lief, anstatt zur beobachteten Markierung zu rennen. Trotzdem: wie vermutet wusste Pino nach 10-20 Metern nicht mehr weiter und fing an zu schnüffeln, zu markieren, herumzuirren und sich in eine Schlammpfütze zu legen. Peinlich. Erst mit massiver Hilfestellung, indem die Helferin das Dummy noch mal fallen ließ, erhob er sich aus seiner Pfütze und brachte uns das Dummy… Nun sollte er aber noch die andere Markierung apportieren. Nachdem er zuvor 2 Minuten herumgeirrt war, war ich mir nicht mehr sicher, ob Pino die Fallstelle des Dummies noch im Kopf behalten hatte. Pino überraschte mich, indem er schnurstracks aufs Dummy zulief und es zu uns brachte!
Mit dem letzten Teil des Tests war ich auch ganz zufrieden, denn Pino löste die Aufgaben so gut wie es sein Trainingsstand eben zuließen.
Auswertung
Im Anschluss folgte noch eine kleine Auswertung des Tests. Platz 1 belegte die Nova Scotia Duck Tolling Retriever Hündin Casarrondo Bele-Yára sell (Yára), Platz 2 ging an Bartholomäus von Schnellenberg (Fiete) und Platz 3 an Pino’s Papa Undercover Agent Of Graceful Delight (Rico). Wir belegten mit Pino Platz 14 von 19 Hunden, was ok ist, da Pino auch zu den Jüngsten unter den Startern zählte.
Alles in allem war es eine tolle Veranstaltung und es war spannend mal in so eine Workingtest-Atmosphäre hineinzuschnuppern. Für das nächste Jahr wissen wir nun wo unsere Baustellen sind: wir werden demnächst am Einspringen arbeiten, Voran trainieren und schwierigere Markierungen üben. Dann sind wir für’s nächste Jahr auch gut gewappnet.
Seit kurzem gehen wir mit Pino nun regelmäßig zum Agility Training. Das Durchlaufen der Tunnel, Slaloms und Hürden scheint Pino großen Spaß zu machen und er lernt dort sehr schnell. Einzig und allein von der Wippe ist Pino alles andere als begeistert, da müssen wir ihn Stück für Stück heranführen. Aber seht selbst:
Am Sonntag machte ich mich mit Pino zur 8. Internationalen Rassehundeausstellung hier in Rostock auf. Selbstverständlich, wenn es direkt um die Ecke liegt und Pino’s Papa ausgestellt wird.
Vor einem Monat war ich mit Pino in Hamburg zum HD/ED-Röntgen und auch dort hab ich ein bisschen gefilmt und fotografiert:
Seitdem warten wir schon immer auf die Post mit den Ergebnissen der Untersuchung. Heute rief mich dann Thomas an, dass die Ergebnisse angekommen sind und unser Brief auch zu ihm kam, da die Adresse nicht ganz stimmte. Um es auf den Punkt zu bringen: wir sehr froh über Pino’s gute HD und ED-Bewertungen:
Heute stand für uns was ganz besonders Schönes an: Katja Wiegand hatte zum 1. Renzower Retriever Tag anlässlich des 15-jährigen Bestehens ihres Ausbildungsplatzes in Renzow geladen. Darauf freuten wir uns schon die letzten Wochen, denn Pino hat dort immer jede Menge Spaß gehabt. Was uns heute dort erwarten würde, war uns im Vornherein gar nicht so genau klar, nur dass sicherlich viele Golden-Besitzer mit ihren Hunden da sein und es ein nettes Beieinander sein würde. Bei unser Ankunft wurde uns aber gleich von Katja unsere Startnummer und unser Aufgabenzettel überreicht. Katja hatte einen ganzen Parcours voller spannender Aufgaben für alle 20 Hund-und-Halter-Teams vorbereitet und es gab sogar einen Wanderpokal für das Beste Team zu gewinnen. Sowas haben wir wirklich nicht erwartet, waren aber vollends begeistert und gespannt! Hier kurz die Aufgaben:
1. Kekse schätzen
Die erste Aufgabe ging eher an Herrchen und Frauchen: in einer Glas-Dose waren Hundekekse verstaut und wir hatten zu schätzen wie viele. Herrchen schätzte auf 120. Drin waren aber 165. Das Team was am Besten geschätzt hatte, konnte das Glas mit nach Hause nehmen
2. Bälle werfen Frauchen musste versuchen 3 Tennisbälle in einen Eimer zu werfen. Für jeden Treffer gab es 10 Punkte. Für jeden wieder von Pino apportierten Ball gab es 5 Punkte. Ich traf zwar 3 Mal, aber Pino traute sich nicht mit dem Kopf in den Eimer und so gab es dafür keine zusätzlichen Punkte. Was solls. 30 Punkte!
3. Denksport
Wir durften Pino unter einem Wäschekorb Spielzeug oder Leckerlies verstecken und Pino hatte 30 Sekunden Zeit da ran zu kommen. Wie wir es schon geahnt hatten, traute sich Pino nicht so richtig an den Wäschekorb und guckte eher doof aus der Wäsche.
4. Parcours
Aufgebaut war ein Parcours mit einem Slalom, einer Hürde, einem Tunnel und noch einer Hürde. Slalom klappte ganz gut, über die Hürden wollte Pino ohne Leine aber nicht rüber und der Tunnel war wieder tiptop. Pino brauchte mit Strafsekunden ganze 1:27min. Am Ende starteten wirnoch einen zweiten Versuch MIT Leine, da klappte es deutlich besser: 46 Sekunden
5. Socken
Jetzt musste Pino etwas von uns entfernt auf einer Folie abgelegt werden und solange er liegen blieb durften wir an einer Leine aufgehängten Socken schnuppern und den Inhalt erraten. Die Lösung war wohl getrockneter Pfefferminz, Kaffee, Curry, 1/2 Zwiebel und Lavendelblüten. Frauchen und Herrchen hatten aber nicht so eine tolle Spürnase und haben statt Curry Anis und statt Lavendel Teebaumöl gerochen.
6. Näpfe
Bei dieser Aufgabe musste Frauchen Pino an der Startlinie absetzen und zum Ziel rufen. Das Problem stellten drei gefüllte Futternäpfe dar, die bestenfalls ignoriert werden sollten. Vorher sollten wir einen Tipp abgeben, wieviele Näpfe vom Hund falscherweise angelaufen werden. Für den richtigen Tipp gab es 10 Punkte und 5 Extra-Punkte wenn der Hund alle Näpfe ignoriert hat. Wir waren uns sehr sicher dass Pino die Näpfe ignoriert und hatten Recht damit. Das war eher Pinos Aufgabe.
7. Balance
Diese Aufgabe wurde wieder von Herrchen und Pino bewältigt: es sollte ein Ball mit einem Tennisschläger in der Hand (mit Pino-Leine an der gleichen Hand) bis zu einem Punkt und wieder zurück balanciert werden. Die beiden machten das wirklich super: Herrchen konnte trotz Wind den Ball auf dem Schläger halten und Pino lief ohne Ziehen gaaaanz brav neben ihm. Da waren wir wirklich begeistert von Pino, dass er sich so ruhig neben ihm bewegt hat!
8. Malen
Hier hatten wir 3 Minuten Zeit um Pino, in einem Reifen abgelegt, auf einem weißen Blatt Papier zu portraitieren. Frauchen malte und entfernt war es vielleicht auch als Hund zu erkennen. Aber eine wirklich witzige Aufgabe!
9. Chinesisch
Diese Aufgabe war wie gemacht für Herrchen: es musste nämlich gelaufen werden. Pino wurde an einer Linie abgelegt und Herrchen musste ein paar Meter zu einem Topf voller Leckerlies laufen, ein Leckerlie mit Ess-Stäbchen aufnehmen und es zu Pino bringen, der es auch mit Begeisterung mit jedem Mal verschlang. Pro Leckerlie gab es 5 Punkte, bei Pino kamen 15 Leckerlies an, also gab es 75 Punkte für diese Aufgabe!
10. Fragebogen
Jetzt hatte Pino kurze Pause. Frauchen hatte nämlich einen Multiple-Choice-Test auszufüllen um mit 13 Fragen ihr Hundewissen zu testen. 11 konnte ich beantworten. Bei zweien lag ich etwas daneben.
11. Apportieren
Jetzt standen wir vor einer mit Wasser gefüllten Plastewanne, in der 5 Gegenstände (Dummy, PET-Flasche, Ball, Quietschie-Schwein und Spielzeug-Apportel) schwammen. Ziel war es, dass Pino uns in 5 Minuten so viele Gegenstände wie möglich aus dem Wasser brachte. Die Wanne war neben dem Stroh und den Pferdeäpfeln platziert in den Pino sich so liebend gerne wühlt, so überraschte es uns nicht, dass er sehr abgelenkt war und alles ringsherum spannender fand. Ich versuchte Pino immer wieder ans Becken zu locken, aber so wirklich wusste er nicht was er dort sollte. Nachdem uns erlaubt wurde, die Gegenstände auch selbst anzufassen um sie Pino zu zeigen, konnten wir ihn aber noch dazu animieren das Dummy und das Spielzeug-Apportel herauszufischen und uns zu bringen. Darüber hab ich mich sehr gefreut!
Im Anschluss wurden alle Herrchen und Frauchen mit HotDogs und Kuchen versorgt und die Hunde konnten noch eine Runde schwimmen gehen. Pino traute sich diesmal sogar ohne uns ein paar Schritte ins Wasser und Dank Stöckchen werfen haben wir ihn sogar dazu bekommen ein paar Sekunden zu schwimmen! Juhuu! Nach dem Essen hatte Arndt Griese noch eine kleine Vorführung zur Dummy-Arbeit vorbereitet, was auch sehr interessant und beeindruckend war,vor allem seine Hündin Rachel, die dass Apportieren fast in Perfektion beherrscht und die man nur so über den Platz fliegen sieht!
Nachdem die Hunde noch ein wenig zusammen Toben durften, fand am Ende des Retriever-Tages noch die Auswertung des Aufgaben-Parcours statt. Ab Platz 10 wurde aufgerufen und dass wurde auch gleich Pino! Darüber haben wir uns riesig gefreut, denn Platz 10 hieß doch immerhin Mittelfeld und dass obwohl Pino noch einer der Jüngsten war. Preise gab es auch für alle, so war jeder ein Gewinner Pino hat einen Futternapf und einen Spielzeug-Knochen gewonnen. Wenn sich dann mal nicht die Mühe gelohnt hat!
Alles in allem war das ein wirklich toller Tag für Hund und Mensch und wir freuen uns dass der Retrievertag nun jedes Jahr stattfinden soll. Dann sind wir in jedem Fall im nächsten Jahr wieder dabei!